Die Glasflüsterer

Kinderleicht scheint das Arbeiten mit Glas, wenn man Helmut W. Hundstorfer und Rolf Brühlmann beobachtet. Doch der Schein trügt. »Glas machen« erfordert viel Gefühl und volle Konzentration. Eine falsche Bewegung und das Kunstwerk rutscht von der Stange, auf der es geformt wird. Helmut und Rolf sind ein gut eingespieltes Team. Routiniert und ruhig folgt ein Arbeitsschritt dem anderen. Wenn ein drittes Paar Hände benötigt wird, packt Rolfs Frau Brigitte mit an. Das Ehepaar aus der Schweiz hat vor einigen Jahren das Atelier von Helmut in Kopfing übernommen. Wenn die beiden Unterstützung brauchen, kommt er gerne vorbei und hilft mit.

Wenn Glas Feuer fängt entsteht Kunst zum Dahinschmelzen schön. Alles beginnt am Ofen mit zwei langen Stangen. Mit einer wird geschmolzenes Klarglas aus dem Ofen aufgenommen, mit der anderen ein Stück Buntglas geschmolzen. Beides landet schließlich auf einer Stange und das Spiel mit dem zähen, heißen Material beginnt. Mit Hilfe von Werkzeug und nassem Zeitungspapier schwingen, drehen, formen und glätten sie das heiße Werkstück. Immer wieder wächst der rote Ball um eine Schicht Klarglas. Über 1.000 Grad ist der Ofen heiß, das verraten auch die Gesichter von Helmut und Rolf. Sie erhitzen das Glas am Ofen um es weich und formbar zu machen. Noch kann man sich nicht vorstellen, dass daraus eine bunte Vase entsteht. Die Farben kommen erst nach dem Auskühlen zum Vorschein. Das passiert langsam in speziellen Öfen, damit das Glas nicht zerspringt. Nach mehreren Stunden kann das Kunstwerk bestaunt werden – jedes ist ein handgemachtes Unikat.